F91 Dudelange – FC Red Bull Salzburg Champions League Quali 17.07.2012

Veröffentlicht: 18/07/2012 in Fussball, Sport
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 Nach dem Testspielkracher zwischen Saarbrücken und Kaiserslautern fand heute für mich direkt das nächste Highlight statt. Im luxembourgischen Dudelange sollte es zum Hinspiel in der 2. Runde der Champions League Qualifikation zwischen dem luxembourgischen Meister F91 Dudelange und dem österreichischen Meister FC Red Bull Salzburg kommen. Wenn man so eine Partie schonmal quasi vor der Haustüre hat, wurde diese Tour natürlich dankend mitgenommen. Mehr dazu wie gewohnt im gesamten Artikel.

Relativ kurzfristig habe ich davon Wind bekommen, dass in Luxembourg tatsächlich Champions League Qualifikation gespielt werden sollte. Da mit dem FC Red Bull Salzburg dann sogar noch ein einigermaßen attraktiver Gegner zu Gast sein sollte, war mir natürlich klar die 40 Minuten Fahrt nehme ich auf mich und mache meine erste “Groundhopping” Tour (PS: Ich habe nicht vor eine Hopperkarriere zu starten, aber der Länderpunkt für Lux steht ;) ). Da mir der Klub aus Luxembourg nicht wirklich etwas sagte und es generell etwas schwer ist Infos über den Verein und vorallem über das Stadion zu finden, habe ich im Vorfeld mehrere bekannte Groundhopping Seiten nach Infos abgesucht. So ging es dann um kurz nach 17 Uhr wieder mal auf die gewohnte Autobahn Richtung Luxembourg, wo um 18:30 Uhr der Anpfiff des Spiels stattfinden sollte.

In Dudelange angekommen haben wir einen guten 5-7 Min Marsch vom Stadion weggeparkt. Dort angekommen, dann erstmal festgestellt wie wenig Sicherheitspersonal vorhanden war, dafür das dies ein internationales Qualifikationsspiel war. Der nächste Schock folgte am Kartenhäuschen, als wir 20€ für einen Sitzplatz auf der unüberdachten Gegengerade zahlen sollten. Nun gut das wurde dann hingenommen, ich hatte ja schließlich vorher dafür wiederrum mehr als günstig den Tank vollgemacht. Das Stadion ist einfach pure Fußball Provinzidylle. Alte Haupttribüne aus Holz, unter der wir dann durchgehen konnten um auf die Gegengerade zu gelangen. Unter der Tribüne war zwischen den Holzbalken ein kleiner Imbisstand integiert. Alles wirklich klein und trotzdem mit einem gewissen Charme, den man hierzulande in unseren Stadien einfach nicht mehr findet. Direkt an unseren Block angrenzent standen direkt die ersten Wohnhäuser, sodaß sich auch mal an einigen Fenstern und in manchen Gärten der ein oder andere Rentner hat blicken lassen. Auch waren die Fangnetze hinter den Toren nicht wirklich hoch, sodaß der ein oder andere Ball mal drüber in einige Gärten geflogen ist. Wir konnten von unserm Block sozusagen mit 5 Schritten bei den nächsten Leuten im Garten stehen.  Eigentlich sollte das Stadion laut Internet Informationen ein Fassungsvermögen von knapp 4.500 Zuschauern haben. Anwesend waren laut Stadionsprecher exakt 1567 Zuschauer und damit soll das Stadion ausverkauft gewesen sein. Das alleine auf unserer Seite der Gegengerade fast die Hälfte leer war hat man offenbar dezent ignoriert. Wir saßen im Block F, der offenbar als Gästeblock eingeplant war, denn dort trafen wir auf knapp 25 Anhänger des österreichischen Meisters. Eine wirkliche Fantrennung oder Zäune gab es in diesem Stadion nicht, sodaß auch mehr oder weniger freie Platzwahl herrschte. Die wurden dann vom etwas seltsam wirkenden Ordnungsdienst darauf aufmerksam gemacht, sie könnten ruhig stehen bleiben, obwohl das hier eigentlich Sitzplätze seien und sie könnten auch so laut wie sie möchten die Mannschaft anfeuern, man solle nur aufpassen nicht von den Stufen zu fallen. Spästens nach dieser Aktion war klar, wir sind hier wirklich in der allertiefsten Fußballprovinz angekommen. Die Salzburger die offenbar vom bekannten Fanclub der Bullenfront stammten waren allesamt eine sehr lustige und nette Truppe die vorallem durch ihren Akzent bei uns große Symphatien auslösten. Man hat mit einer Hand voll Leuten ein wenig die Mannschaft supportet, was dann RTL mit seiner Kamera auf den Plan gerufen hat und die Jungs etwas gefilmt hat und wohl auch interviewen wollte, was die allerdings nicht wollten.

Zum Spiel selbst gibt es relativ wenig zu sagen. Bereits wenige Minuten nach dem Anpfiff musste der Salzburger Svento nach einem bösen Foul verletzt ausgewechselt werden. Die Bullen dominierten die erste Halbzeit ohne wirklich selbst große Gefahr auf das Tor der Düdelinger auszuüben. Chancen waren auf beiden Seiten absolute Mangelware. Viele Fehlpässe und viel Mittelfeldgeplänkel auf beiden Seiten. Nach der Halbzeit kam der luxembourgische Meister dann etwas besser ins Spiel und find langsam an das Momentum auf seine Seite zu drehen. Man war deutlich spritziger und genauer im Spiel nach vorne. Salzburg mit immer mehr Fehlern im Aufbau- und Passspiel. Eine viertel Stunde vor Spielende war es dann Joachim der die Düdelinger überraschend mit 1:0 in Führung schoss, was zum ersten mal eine lautstarke Reaktion vom Rest des Stadions einbrachte. RB danach nicht großartig geschockt, aber auch nicht wirklich viel bissiger und gewillter das Spiel noch zu drehen. 10 Minuten waren noch zu Spielen als der Salzburger Lindgren einen Freistoß aus guter Position fast verwandeln konnte. Kurz vor Spielende verweigerte der aserbaidschanische Schiedsrichter den Bullen noch einen glasklaren Elfmeter, den er als Schwalbe wertete und mit Gelb-Rot für den erst in der 53. Minute eingewechselten Soriano ahndete. Dudelange gewann am Ende fast sowas wie verdient mit 1:0 gegen den haushohen Favoriten aus Österreich. Nach dem Spiel noch am Spielfeldrand gestanden und mit Leuten wie unserem Ex-TuS Koblenz Spieler Stefan Maierhofer, Christoph Leitgeb, Alexander Walke, Ibrahim Sekagya, Martin Hinteregger und Co. noch abgeklatscht. Es war sehr schön mitanzusehen wie die Spieler gefrustet waren und trotzdem zu den paar Fans gekommen sind, die für dieses Spiel über 1000km angereist sind und mit ihnen sich fast wie Kumpels unterhalten haben. Eine sehr symphatische und harmonische Stimmung die von den Salzburgern ausging.

Wirkliche Champions League Stimmung oder Atmosphäre ist bei dem Ganzen natürlich nicht aufgekommen und war fast schon etwas ironisch anzusehen, denn weder das Spiel, die Mannschaften und schon gar nicht das Stadion hatten auch nur ansatzweise sowas wie Champions League oder internationales Profifußballniveau. Der aserbaidschanische Schiedsrichter Salmanov war wohl UEFA Schiedsrichter, aber der Mann hat das Spiel ja dermaßen verpfiffen, das war schon streckenweise nicht mehr feierlich. Heimschiedsrichter wäre eine untertriebene Formulierung für diese vielen krassen Fehlentscheidungen, die der Herr in Schwarz getroffen hat. Und ich dachte immer wir hätten in der Regionalliga West letzte Saison schon unterirdische Unparteiische an der Pfeife gehabt, aber so eine Katastrophe von Schiedsrichter habe ich ehrlich gesagt noch nie erlebt. Der Mann hat in ganzen Spiel insgesamt 3 mal für RB gepfiffen, weil er einfach nicht anders konnte. Ansonsten hat er grundsätzlich jedes grobe Foulspiel einfach sinnloserweise genau umgekehrt gewertet. Das er am Ende den glasklaren Elfer für eine Schwalbe gehalten hat, hat dem Ganzen dann noch die Krone aufgesetzt. Wie so etwas Schiedsrichter und dann auch noch UEFA Schiedsrichter sein darf ist mir komplett unbegreiflich. Nun stehen die Bullen aus Salzburg überraschenderweise im Rückspiel in der heimatlichen Red Bull Arena mit dem Rücken zur Wand. Ich würde es ihnen allein schon aufgrund der heute gewonnenen Symphatien absolut gönnen in die dritte Runde einzuziehen. Auf der anderen Seite bin ich dann aber auch egoistisch und würde mich freuen, wenn Dudelange weiter kommt und in Runde drei einen weiteren internationalen Club zugelost bekommen würde, wie z.B. Celtic Glasgow die bei mir relativ hoch im Rang stehen und erst in der dritten Quali Runde ins Turnier eingreifen.

Als nächstes stehen nun erstmal die Saisoneröffnungsfeier der TuS Koblenz, sowieso das DFB Pokal Spiel zwischen dem 1.FC Saarbrücken und dem FC Schalke 04 auf dem Plan. Möglicherweise werde ich auch die TuS zum Eröffnungsspiel der neuen Regionalliga Südwest zum Auswärtsspiel beim SV Waldhof Mannheim im Carl Benz Stadion begleiten.

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Kommentare
  1. FriKo64 sagt:

    Die Red Bull Kicker sollen den Audi und die Hälfte vom Gehalt abgeben müssen. Die Putzfrauen dürfen den Audi behalten, denn der Putztrupp nimmt seine Arbeit ernst. Danke ihr überbezahlten Fussballer, neee, wie soll ich das nennen was da gespielt wird, Wirtshaus-Kick (Sorry ihr Wirtshaus-Kicker). Als Spieler nach Salzburg kommen und die Hand aufhalten, Red Bull bezahlt eh. Dass ihr mit der Marke Red Bull in den Medien für negative Schlagzeilen sorgt finde ich sch…..
    Ich gehe erst wieder ins Red Bull Stadion wenn es eine Geld-Zurück-Garantie für Arbeitsverweigerung am Salzburger Fussballplatz gibt.

  2. Mario G. sagt:

    Zur Info mit den Sitzplätzen: Weil in der Champions-League nur Sitzplätze zugelassen sind und keine Stehplätze war das Stadion mit 1600 ausverkauft, der Rest sind Sitzplätze. Aussedem hätte Dudelange einen Elfmeter bekommen müssen und der Schiri pfiff fast alles für RB !!

    • mili sagt:

      Das war mir durchaus bewusst das auch hier die UEFA Sitzplatregelung greift aber die Sitzplätze vorallem auf der Gegengeraden, wo auch ich gesessen habe, waren noch sehr viele Sitze frei, da kann von ausverkauft also eigentlich keine Rede sein, es sei denn es darf nur eine bestimmte Kapazität Zuschauer ins Stadion unabhängig davon, wieviele Sitzplätze eigentlich da sind. Das mit dem Schiri seh ich anders. Den Elfer für Dudelange habe ich nur am Rande mitbekommen, aber soll wohl stimmen, aber das er fast alles für RB gepfiffen hat kann man so absolut nicht stehen lassen, ungeachtet dessen dass der Mann an der Pfeife nicht mal Kreisliga Niveau hatte.

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